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Die Jüdisch-Palästinensische Deklaration (1997)

Peace-321230. November 2012

Posted by Steve Beckow http://the2012scenario.com
Übersetzung: Océane

An dem Tag, als Palästina von den Vereinten Nationen als eigenständiger Staat akzeptiert wurde, scheint es angemessen, eine Deklaration zu posten, die von Schweizer Juden und Palästinensern im Jahre 1997 erstellt wurde. Durch diese Maßnahme sind sie ihrem Traum vom Frieden wieder ein Stück näher gekommen, und wir profitieren bestimmt davon zu hören, was sie damals eingefordert haben – zu einer Zeit, als so etwas sehr, sehr unpopulär war.

Die Jüdisch-Palästinensische Deklaration

Wir, palästinensische und jüdische Familien aus der Region Basel, und unsere Verwandten und Freunde, die uns in dieser Sache unterstützen,

vereint in Hingabe und Bemühen um Verständnis sowie um einen langfristigen und gerechten Frieden zwischen unseren Völkern, sind uns der Tatsache bewusst, dass dieser Frieden ausschließlich auf dem Prinzip zweier unabhängiger Staaten basieren kann sowie auf der Anerkennung des internationalen Gesetzes. Wir sind davon überzeugt, dass die Völker in Palästina und Israel die Unterstützung der Juden und Palästinenser auf der ganzen Welt für ihr Bemühen benötigen, so viele Juden und Palästinenser – wo auch immer angesiedelt – als möglich dafür zu gewinnen, sich den folgenden Prinzipien zu verpflichten und entsprechend zu denken und zu handeln. Wir verpflichten uns den Prinzipien, dass

  1. Juden und Palästinenser beide denselben Anspruch auf ihre eigene nationale Heimat haben, zwei benachbarte, souveräne Staaten, Israel und Palästina, innerhalb gesicherter Grenzen und einander darin unterstützend, dieses Ziel zu erreichen;
  2. Juden und Palästinenser auf der ganzen Welt das Recht haben, in Frieden und Freiheit und als Menschen mit gleichen Rechten zu leben, ohne jeglicher Diskriminierung ausgesetzt zu sein;Peace-4932
  3. niemand seine oder ihre Heimat verlieren darf, weil ein anderer dieses Land für sich beansprucht; die Unabhängigkeit keines dieser Völker durch die Einwanderung des anderen verletzt wird, und für jene, die ihr Land und/oder ihre Heimat im Zuge von Konflikten verloren haben, angemessene Lösungen gefunden werden, welche die Wiederherstellung des Grundbesitzes oder die vollständige Kompensation des früheren Besitzers beinhalten;
  4. die Beziehungen zwischen Palästinensern und Juden auf den Prinzipien der vollständigen Gleichberechtigung, des Respekts und der Rücksicht beruhen und das Bild eines Menschen vermitteln, dessen Menschenwürde unantastbar ist,
  5. wir Gewalt als Mittel der Konfliktlösung unter Völkern ablehnen und auf beiden Seiten versuchen, die Motive der Gewalt zu erkennen und in ihren Anfängen zu unterbinden;
  6. wir die einseitige Schaffung von Fakten, die den Friedensprozess und die bereits erklärten Prinzipien gefährden, als eine Form von Gewalt ablehnen – insbesondere die Übernahme von Land und die Verschiebung der demographischen Situation in arabischen Wohn- und Landwirtschaftszonen; dass es von höchster Wichtigkeit ist, politische, ökonomische und soziale Bedingungen zu schaffen, in denen die arabischen Bürger des Staates Israel frei von jeglicher Diskriminierung sind, und dass sie sich selbst als Menschen gleicher Rechte und gleichen Wertes betrachten können und die gleiche Behandlung erfahren; die jüdischen Siedlungen im Westjordanland und in Gaza unter Missachtung des internationalen Gesetzes errichtet wurden und ein Hindernis auf dem Weg zu Verständnis und anhaltendem Frieden darstellen; dass sie daher schrittweise evakuiert und die Bewohner umfassend kompensiert werden sollten; dass eine Lösung gefunden werden muss, die der Heiligkeit dieses Ortes und seiner Geschichte angemessen ist. Für ein ungeteiltes Jerusalem als Hauptstadt zweier souveräner Staaten schlagen wir einen regelmäßigen, intensiven und weltweiten Dialog zwischen Palästinensern und Juden vor, in beiderseitigem Bemühen, die Geschichte und das Schicksal des anderen kennenzulernen, sich mit der Gegenseitigkeit sowie Unterschiedlichkeit zu befassen und Wege zu finden, um unsere gegenwärtige Hilflosigkeit zu überwinden. Wir sind für einen aktiven kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen Juden und Palästinensern sowie für adäquate Bildungsprogramme als angemessenes und wichtiges Mittel zur Förderung dieses Dialoges.

Middle-East-Peace

Wir appellieren an alle Freunde des Friedensprozesses in Nahost, an alle Juden und alle Palästinenser, egal ob Mann oder Frau, auf der ganzen Welt, an dieser Diskussion teilzunehmen und diese Prinzipien zu manifestieren, indem ihr sie unterschreibt, an uns per Email oder Fax retourniert oder uns ein Email mit eurem Feedback schickt.

Die ersten Unterzeichner dieser Deklaration sind: Edward und Aïda Badeen, Basel, Schweiz • Peter und Sonja Dreyfus, Biel-Benken, Schweiz • Sabine Dreyfus, Binningen, Schweiz • Joseph und Thérèse Kalak, Muttenz, Schweiz • Peter Liatowitsch und Hannah Strøm Liatowitsch, Basel, Schweiz • Gehad Mazarweh und Susanne Schwarz Mazarweh, Deutschland • Billy Meyer, Basel, Schweiz • Berta Rasumowsky, Zürich, Schweiz

Basel, 13. September 1997

Ihr erreicht uns per Email: Jüdisch-Palästinensische Deklaration POB 425, CH-4010 Basel, Schweiz, fax: +41-61-273 09 40, Internet: Homepage: www.isra-pal-peace.ch, E-mail: isra-pal-peace@smile.ch

3 Kommentare zu “Die Jüdisch-Palästinensische Deklaration (1997)

  1. und wieder- oder immer passiert es mit den Juden. Leider auch in Ungarn. Vorhin habe ich gesehen, daß ein Abegeordneter im Ungarischen Parlament gesagt hat, man müßte die „Juden“ restrieren lassen und Listen anlegen… Sie wären eine Gefährdung. Das schlimme: NIEMAND im Parlament hat sich DAGEGEN geäußert. Es gibt auch in Ungarn immer mehr öffentliche Übergriffe- Angriffe auf Juden. Das SCHÖNE- es haben sich sofort tausende von NICHT-Juden + Juden mit einem JUDENSTERN solidarisiert und öffentlich demonstriert. DAS IST GUT… das hats so in Ungarn noch nichrt gegeben. Die Menschen machen Ihren Mund auf und machen es eben nicht WIE vor 70 Jahren!!! Ich wünsche den Menschen ALLES ALLES LIEBE + SCHUTZ + KRAFT + SOLIDARITÄT, damit die “ Dunklen“ sofort wissen, Sie haben keine Chance und kein Recht Menschen- egal welcher Religion- oder aus welchem Land sie komme zu unterdrücken…Liebe und Licht! Und WIR dürfen NICHT WEGSCHAUEN!

  2. Es ist schon erstaunlich, dass sogar die als Verschwörungstheoretiker beschimpften Erneuerer in ihren Glaubensedikten bis heute nicht den Staat als solches in Frage gestellt haben. Gerade hier, in der Situation von Palestina und Israel, wird diese Frage in aller Deutlichkeit offenbart.
    Gott schied das Wasser vom Land, um es in biblischen Begriffen zu halten,
    dass Anarchie noch immer in dem Keller des Fürchtens gehalten wird, ist eine Folge dunkler Vergangenheit … und so gottlos, wie der Irrtum, sich als Bürger irgendeiner Gruppe darzustellen, statt als MENSCH.
    Dabei stehen die „Nationen“ bereits in biblischen Zeiten als dort zu bekämpfende Fragestellungen im Raum, Höhepunkt ist die amtliche Kreuzigung des Menschensohns, geschichtlich nachgewiesen…
    Doch nicht erkannt wird die Kette von Denunziation durch eine fanatische Volksgruppe, die dann juristisch die Verurteilung zum Tode zur Folge hatte; Zitat Pilatus, der Richter: „Ich wasche meine Hände in Unschuld.“
    Was sich wirklich verändert, in diesem Monat Dezember 2012, das ist die Erweiterung der Freiheit des einzelnen Menschen, indem er die Gruppendynamik nicht mehr als erste Quelle seines Bewusstwerdens erlebt, sondern deren Fragwürdigkeit bereits von Geburt an im Urvertrauen den Ursprung seiner Weisheit im SELBST-ERKENNEN erlebt, und dann damit all die Sekten und Staatsgebilde in die Vergangenheit katapultiert, mit anderen Worten: „Der Präsident als solches wird arbeitslos.“

  3. …ich sende oich Licht&Liebe…
    Es ist genug elend und graussamkeit gewessen…

    Auf der ganzen Welt mussen sich menschen „umarmen“….das ist so wichtig…das kann
    Das kann,Heilen……

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