Ein Kommentar

Der Umgang mit belastenden Gefühlen

13221308-red-wollknauel-zum-stricken-isoliert-auf-weissem-hintergrundQuelle http://goldenageofgaia.com

Übersetzung: Océane

Es gibt Gefühle, die uns belasten und zu Auslösern gewisser Aktionen werden. Diese Aktionen sind üblicherweise darauf ausgelegt, uns von dem Gefühlszustand zu befreien oder uns an jenen zu rächen, von denen wir glauben, sie wären die „Ursache“ unserer unangenehmen Gefühle.

Werner Erhard nannte diese Gefühle „unerwünschte Zustände“. Sie sind das, was gemeint ist, wenn wir sagen, dass wir Freude anstreben und Schmerz vermeiden wollen. Wir neigen dazu, zu glauben, dass diese Gefühle vermieden werden oder wir vor ihnen flüchten müssen, wenn sie über uns kommen.

Dieser Umgang mit unerwünschten Gefühlen wird normalerweise überhaupt nicht in Frage gestellt und erfolgt automatisch.

An welchem Punkt lässt sich diese Situation aushebeln? Gibt es etwas, das uns hier fehlt?

Müssen wir vor unerwünschten Gefühlen automatisch fliehen? Müssen wir automatisch nach einem anderen schlagen, wenn wir derartig empfinden? Was sehe ich / sehen wir nicht?

Ist diese Situation ein verheddertes Schurknäuel, oder gibt es eine Möglichkeit, die Schnur und die Knoten zu lösen?

Sobald wir erkennen, dass dies unsere eigene Situation ist, können wir in ihr einen Zwei-Schritte-Prozess erkennen. Der erste Schritt ist es, etwas zu empfinden, das sich für uns unangenehm und anstößig anfühlt. Und der zweite Schritt ist die Frage, wie wir auf die Situation reagieren – was wir sagen oder uns selbst bzw. anderen antun.

Theoretisch liegt in beiden Schritten ein Handlungsspielraum.

Ich stelle fest, dass einfach nur diese Aufteilung in zwei Schritte und ihre separate Betrachtung mir den ersten Handlungsspielraum bietet. Aber lasst mich noch weiter gehen.

(1) Umgang mit unangenehmen oder anstößigen Gefühlen

Ich empfinde in diesem Moment ein leichtes Maß an Verstimmung aufgrund eines von einem anderen ausgelösten Gefühls. Lasst mich sehen, was das für eine Verstimmung ist.

Ich fühle Ärger auf einer Ebene unter der Oberfläche meines Bewusstseins. Die Tatsache, dass er sich leicht unter dieser Oberfläche befindet, auf dem Abstellgleis sozusagen, ist der Grund, warum ich hier lieber von Verstimmung als von Ärger spreche.

Was ist problematisch an dieser Verstimmung / diesem Ärger? Es gibt eine soziale Komponente. Eine Stimme in mir sagt mir, ich darf mich nicht ärgerlich fühlen. Also verstoße ich gegen etwas, das ich für mich selbst und die Gesellschaft als „ideales Benehmen“ betrachte, was mich glauben lässt, ich hätte ein „Problem“.

Aber habe ich wirklich ein Problem? Oder empfinde ich einfach nur Ärger? Ich kann nun erkennen, dass die Frage, ob Ärger ein Problem ist, schon dazu führt, dass der Ärger leicht abebbt.

Der Ärger ebbt mit der Zeit immer weiter ab, und daraus folgere ich, dass der Ärger selbst vielleicht gar nicht das wirkliche Problem war, sondern die Selbstverurteilung, die ich damit verbunden habe.

Der Ärger hat nun einen Punkt erreicht, wo er noch da, aber kaum mehr wahrnehmbar ist. Ich beginne zu vergessen, warum ich ursprünglich den Ärger empfunden habe und wer dabei vielleicht eine Rolle gespielt hat. Es versinkt im Meer des Vergessens.

Ich bin davon überzeugt, dass mein Urteil, der Ärger wäre ein Problem, wahrscheinlich genau das ist, was die Situation problematisch gemacht hat.

(2) Umgang mit meiner Reaktion auf die Situation

Weil sich der Ärger aufgrund des Überwindens meiner Selbstverurteilung verflüchtigt hat, fühle ich kein Bedürfnis mehr, auf die Situation zu reagieren. Also entfällt der zweite Schritt des Prozesses automatisch in dem Moment, in dem der erste vollzogen wurde.

Ich fühle, dass mein “Selbst wiederhergestellt” ist, wie Werner sagen würde, und muss mich mit dem zweiten Schritt nicht mehr befassen.

Mir bleibt als nachprüfbare Hypothese für zukünftige Experimente, dass eine Selbstverurteilung meiner Gefühle – wenn diese Art der Gefühle als negativ, problematisch oder unsozial angesehen wird – dazu führt, dass dieses Gefühl von etwas, das einfach „ist“, zu einem „unerwünschten Zustand“ wird.

Wenn ich das Gefühl einfach als ein Gefühl akzeptiere und es nicht mit meinem Urteil belege, löst es sich auf, ohne dass ich noch viel mehr dazu tun muss – vielleicht außer es einfach zu beobachten.

Meine vorläufige Schlussfolgerung lautet, dass meine Selbstverurteilung der Schritt ist, der ein Problem erschafft. Das Loslassen des Urteils über mich selbst und die Situation ist vielleicht alles, was nötig ist, um die Hartnäckigkeit des Gefühls aufzulösen und zu verhindern, dass ein „unerwünschtes Gefühl“ zu einem „Problem“ wird.

Ein Kommentar zu “Der Umgang mit belastenden Gefühlen

  1. es gibt die EFT-METHODE das hilft schon

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