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Historische Blamage: Meuterei der US-Militärs zwang Obama zum Rückzug

Die US-Militärs verweigerten US-Präsident Barack Obama (hier mit dem Chef des Generalstabs, Admiral Michael Mullen und Verteidigungsminister Robert Gates beim Gedenken an den 11. September) die Gefolgschaft: Obama hat den Bogen im Kampf gegen den Terror überspannt. Seine Soldaten wollen nicht in einen Krieg ziehen, den sie nicht verstehen. (Foto: White House)

am 1. September 2013 auf http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

US-Präsident Barack Obama musste den geplanten Militärschlag gegen Syrien offenbar wegen einer gewaltigen Meuterei in der US-Militärführung abblasen. Die Soldaten konnten keine Strategie des Präsidenten erkennen – und äußerten massive Bedenken gegen die Aktion. Noch nie haben die Soldaten in Amerika einem Präsidenten derart offen die Gefolgschaft verweigert.

Die US-Militärs verweigerten US-Präsident Barack Obama (hier mit dem Chef des Generalstabs, Admiral Michael Mullen und Verteidigungsminister Robert Gates beim Gedenken an den 11. September) die Gefolgschaft: Obama hat den Bogen im Kampf gegen den Terror überspannt. Seine Soldaten wollen nicht in einen Krieg ziehen, den sie nicht verstehen. (Foto: White House)

Der überraschende Rückzieher von US-Präsident Barack Obama von seinen Syrien-Plänen ist offenbar auf eine massive Meuterei in der US-Armee zurückzuführen.

Die Washington Post berichtet, dass von den vier-Sterne-Generälen bis zu den einfachen Soldaten kaum einer den Nutzen der von Obama vorangetriebenen Militär-Aktion erkennen konnte.

Die Post berichtet, dass den Soldaten vor allem eine klare Strategie fehlt, was denn nach den geplanten Militärschlägen geschehen solle. Viele US-Soldaten haben schlechte Erfahrungen mit den Einsätzen im Irak und in Afghanistan gemacht. Zunächst wurden ihnen heroische Ziele versprochen. Doch kaum waren die Interventionen im Gang, wurden die Truppen in stets neue Abenteuer geschickt. In beiden Fällen gab es keine Exit-Strategie. Die Ankündigungen zum Rückzug aus den Kampfzonen waren widersprüchlich und zogen sich in die Länge.

Im Falle Syriens ist es Obama nicht gelungen, die Militärs vom Sinn einer militärischen Operation zu überzeugen.

Bisher haben die US-Militärs stets öffentlich geschwiegen und den Befehlen der militärisch-politischen Führung gehorcht. Grundlage für die Einsätze war meist, dass es den Präsidenten gelungen war, die Soldaten davon zu überzeugen, dass der jeweilige Einsatz der „nationalen Sicherheit“ diene.

Auch im Falle Syriens bemühte Obama diesen Begriff.

Doch seine eigenen Soldaten glauben ihm nicht.

Noch peinlicher für Obama: Die meisten Offiziere und Soldaten haben einen wesentlich klareren Blick für die Realität als ihr Präsident und Oberbefehlshaber.

So sagte der pensionierte Generalleutnant Gregory S. Newbold der Post: „Die Politiker sind naiv über die Verpflichtungen, die es in der Außenpolitik gibt. Viele sind erschreckend ahnungslos über das, was ein Militär-Einsatz erreichen kann.“ Newbold war im Führungskader im Irak-Krieg. Er sagte, dass viele seiner aktiven Kollegen seine schweren Bedenken teilen.

Ein Offizier, der sich nur anonym äußern wollte, sagte: „Ich kann es nicht fassen, dass der Präsident diesen Schritt überhaupt in Erwägung zieht. In den vergangenen 10 Jahren haben wir gegen Aufständische gekämpft. Syrien hat moderne Waffensysteme. Wir würden in einen klassischen Krieg kämpfen müssen.“

Schon in der vergangenen Woche hatte General Martin Dempsey, der Chef der Oberbefehlshaber, auf die Kopflosigkeit der Obama-Administration hingewiesen. Er sagte dem Sender ABC: „Der simple Einsatz von Waffen, ohne eine genaue Strategie, wie der Einsatz zu Ende geführt wird, führt vermutlich nie zu dem Ergebnis, das wir uns vorstellen.“

General James Mattis sagte: „Wenn die Amerikaner tatsächlich einen derartigen Einsatz durchführen, dann wird das ein brutaler, sehr, sehr ernster Krieg.“

Ein anderer Offizier sagte: „Welchen politischen Endzustand wollen wir erreichen? Ich weiß nicht, was es ist. Wir sagen, es soll kein Regime-Wechsel sein. Wenn es Bestrafung sein soll – es gibt andere Wege, um jemanden zu bestrafen.“

Viele führende Militärs sind auch verunsichert, weil der rasche Zerfall der Anti-Syrien-Koalition zu neuen taktischen Planungen führt: Ohne die Briten (hier) stellt sich eine Operation anders dar. Die lauwarme Unterstützung von der Nato hat den Militärs ebenfalls zu denken gegeben. Sich nur auf Frankreich zu verlassen (hier), scheint vielen zuwenig zu sein. Und die Türkei wird bei den US-Militärs ohnehin mit Misstrauen beäugt. Man traut dem Präsidenten Erdogan nicht über den Weg, weil die AKP von vielen US-Eliten als islamistische Bewegung eingestuft wird, die ihre eigene Agenda verfolgt (hier).

Die Wankelmütigkeit Zyperns, das in letzter Minute auf russischen Druck Schwierigkeiten machte, hat ebenfalls logistische Neuplanungen erforderlich gemacht – von den rechtlichen Bedenken einmal abgesehen (hier).

Bilder wie dieses kursieren im Internet. Obwohl nicht gesagt werden kann, ob es sich hierbei um einen echten Soldaten handelt: Die Bereitschaft der US-Truppen zu kämpfen ist gering. (via @NewsNinja2012))

Andere Offiziere kritisieren die Halbherzigkeit des Einsatzes. So wie von Obama geplant, werde ein Militärschlag bei den Verbündeten der USA im Nahen Osten den Eindruck erwecken, dass die Amerikaner nicht ernsthaft ihre Interessen in der Region verteidigen wollen. Die Aktion hätte den Anschein, dass Raketen abgefeuert werden, bloß, damit irgendetwas getan würde.

Die meisten aktiven Soldaten und Militärs sagten ausdrücklich, dass ihnen nichts ferner liege, als der politischen Führung in den Rücken zu fallen.

Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass sie sich überhaupt äußern und nicht in den nach dem 11. September 2001 immer wieder erfolgreich abgerufenen Reflex eines simplen Patriotismus verfallen.

Der Krieg gegen den Terror scheint bei denen, die für ihn ins Feuer geschickt werden, nicht mehr als Motivation zu verfangen. Die meisten US-Soldaten können nicht mehr nachvollziehen, welchen Sinn die geopolitischen Volten ihrer politischen Führung haben. Sie haben offenbar keine Lust, als Weltpolizei in immer entferntere Regionen der Erde geschickt zu werden.

Der Dissens deckt sich mit der Einschätzung der amerikanischen Bevölkerung: Nur eine kleine Minderheit befürwortet einen Militärschlag.

Für Obama dürfte es nun schwierig werden, den Kongress zu überzeugen. Denn auch die Abgeordneten stehen der Aktion mehr als skeptisch gegenüber. 200 Abgeordnete hatten eine Petition gegen den Militär-Einsatz unterzeichnet.

Für den Kongress stellt sich darüber hinaus ein Problem, das auch die Soldaten als Grund für ihre Ablehnung nannten: Der Verteidigungs-Haushalt wurde dramatisch gekürzt, weil das US-Budget durch die jahrzehntelange Schuldenpolitik unkontrolliert aus dem Ruder gelaufen ist.

Die Meuterei der US-Armee ist ein Novum in der amerikanischen Geschichte.

Der Druck auf Obama scheint jedoch in den vergangenen Tagen so groß geworden zu sein, dass er schließlich die Reißleine ziehen und den unmittelbar bevorstehenden Einsatz wieder abblasen musste.

Und so erleben wir ein Phänomen, das sich viele bis vor kurzem nicht vorstellen konnte: Der mächtige US-Präsident erklärt einem Land den Krieg. Und seine eigenen Soldaten sagen: „Stell Dir vor: Der Präsident sagt, es ist Krieg, und keiner geht hin.“

6 Kommentare zu “Historische Blamage: Meuterei der US-Militärs zwang Obama zum Rückzug

  1. Weltweit haben wir ein Finanzsystem welches auf das Zinseszinsprinzip basiert und den zur Ausbeutung getriebenen Wachstumswahn und den armseeligmachenden Konsumfaschismus hervorbringt, sozusagen in Selbstläufermanier….. Darum ist es umso wichtiger, dass jeder fühlender und denkender Mensch sich verweigert, wenn es darum geht, diese Maschinerie weiter am Rotieren zu halten. Hochachtung erstmal für die Haltung der amerikanischen Soldaten , auch wenn ihre Motivation zur Verweigerung nicht aus rein humanitären Gründen angezeigt wird? Sie sehen keinen NUTZEN!!!??? in diesem Krieg… Kriege haben keinem Volk genutzt und wo und warum wird Giftgas überhaupt hergestellt? Ja, da sind wir doch wieder am Anfang des Schlamassels, das automatisierte System, der Wachstumwahn und man kann an Kriegen so schön verdienen….

  2. Komisch dass gerade Obama (der aus finanz. Sicht einiges ändern wollte) auf Biegen und Brechen in der Presse auf diese Weise dargestellt wird.
    Viel Raum zu Veränderungen wurden ihm sowieso nicht gewährt, es kommen langjährige Themen (endlich) ans Tageslicht, während fälschlicherweise Obama als Sündenbock für das Ganze hinhalten soll/muss.

    Gerade, dass das Militär so handelt zeigt nach den „fehlgeschlagenen“ Lobbyarbeiten bei den letzten Wahlen nochmals wie sehr Obama manchen nicht passt, bei mir gewinnt er dadurch nur an Sympathiepunkten muss ich gestehen.
    So wie das BND, Verfassungsschutz und Konsorten bei uns eingreifen wird dort eben eingegriffen, sollte man nicht erst seit gestern wissen…

    Nur um der (utop.) Ideologie Willen darf man sich nicht aus Prinzip gegen einen Eingriff aussprechen, solche (prinzipielle) Ausschlussverfahren führen nahezu nie zur Lösung. Das nötige Fachwissen über den Nahe Osten müssen sich da manche leider erst aneignen.

    Ein Eingriff ist genauso richtig und wichtig, aber gleichzeitig auch verspätet, wie damals in Jugoslavien. (welcher die Situation in Syrien am ehesten ähnelt)
    Anscheinend hat die vom Soldaten angedeutete Terrororganisation noch nicht genug die Macht in Syrien ergriffen, damit sie sich zu einem Eingriff gezwungen fühlen.

    Solange dies nicht der Fall ist kann sich ja die Zersplittung der Völker – welche bloß in Gewalt, Hass und Tod münden wird – im Nahen Osten gerne fortführen. Dies läge den Interessen der Großmächte wohl ziemlich Nahe wie es aussieht.

    Schade, dass auch heute noch selbsternannte Aktivisten doch zu welt-/realitätsfremd sind, um nach soz., (welt-)polit. Aspekten zu differenzieren, statt nach „Dogmen“ zu handeln.

  3. ..es ist nicht lange als ,President obama ,als Licht, sender …warten wir weiter,der „spiel“ ist (noch)nicht zu ende..es ist Nie zu ende…!
    Haupt sache ….Ein HAPY END für ALLE…. 🙂

  4. Für uns ist doch nun eines wichtig: die Militär – Elite in den USA hat Obama die „rote Karte“ gezeigt…..Fazit: ohne Militär kein Krieg! Das heißt nichts anderes, als dass Obama damit das Vertrauen entzogen wird….und das nicht nur vom Militär!!
    Zum Wohle aller und zum Wohle des Ganzen werden hier endlich die Weichen gestellt….GOTT SEI DANK!!!!!!!!!! ❤ 🙂

  5. Die derzeit geltende gesetzliche Schuldenobergrenze von 16,7 Billionen Dollar dürfte spätestens im Oktober wieder einmal für das inzwischen rituelle Kräftemessen zwischen Demokraten und Republikanern sorgen.

    Wenn sich die USA allerdings im Krieg mit Syrien befindet kann das zügellose Schulden machen von Obama (dank veränderter Gesetzteslage) ohne eingreifen der seiner politischen Gegner weitergehen. Ansonsten droht der USA die Zahlungsunfähigkeit!!!

    Was sind da schon ein paar Hunderttausend Menschenleben in Syrien???
    http://qpress.de/2013/08/30/schulden-nobel-preis-obama-macht-mehr-schulden-als-alle-seine-43-vorgaenger-zusammen/

    • Die Schuldenuhe der USA steht schon seit dem 16.07.2013. 25 Minuten später währe die Grenze schon überschritten worden, weil pro Minute ca. 1 Mio Dollar geschaffen werdrn mùssen, um das kranke System am laufen zu halten. Es ist also schon zu Ende. SIE wollen halt nur noch nicht aufgeben. Das werden sie aber nun mùssen…..

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