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Ich habe die Erlaubnis, dich zu bestehlen!

Larken Rose gibt uns Stoff zum Nachdenken ….

Übersetzung: Patrizia

Hallo, mein Name ist Larken Rose. Und wie viele andere Menschen heutzutage suche ich nach Wegen um zu Geld zu kommen. Aber ich denke, ich habe eine Lösung gefunden.

Ich habe das Recht, dich zu bestehlen!

Geld zu verdienen ist ziemlich unbequem. Also habe ich mir selber die Erlaubnis gegeben, dich zu berauben.

Ich werde also morgen bei dir vorbeikommen, sagen wir gegen Mittag, um zu sehen, was ich mitnehmen will.

Also, das ist jetzt keine Drohung. Ich sage nicht, ich werde dich berauben. Sondern indem ich das niedergeschrieben habe, habe ich mir selber das Recht gegeben, dich zu berauben.

Vielleicht sollte ich es aber besser so machen.

Hiermit verleihe ich mir das absolute Recht, deine Sachen zu stehlen.

Also, nachdem ich mir selber das moralische Recht gegeben habe, dir dein Zeug wegzunehmen, bin ich sicher, daß du dich freust mich zu sehen, wenn ich vorbeikomme.

Für den Fall, daß du denkst, daß ich mir selber nicht das Recht geben kann, dich zu bestehlen, haben ein paar meiner Freunde mir dabei geholfen. Sie haben das mit unterschrieben. Also bin ich es nicht alleine; eine Menge Leute haben mir das Recht verliehen, dich zu bestehlen.

Und für den Fall, daß dich diese einfachen, formlosen Ausdrucke nicht beeindrucken, haben meine Freunde und ich eine formale Zusammenkunft abgehalten und ein sehr offiziell aussehendes Dokument erschaffen. Du kannst alle Einzelheiten durchlesen, wenn du unbedingt willst, aber was es eigentlich aussagt ist ….. daß ich jetzt das Recht habe, dich zu bestehlen.

Also, dieses Dokument macht das alles legitim. Ich habe jetzt die moralische Erlaubnis, dich zu bestehlen. Und da ich sicher bin, daß du ein guter, aufrechter Bürger bist, gehe ich davon aus, daß du kooperierst, wenn ich morgen vorbeikomme. Wenn du also so nett sein würdest und deine Wertsachen bitte morgen Mittag bereitlegst, damit ich schauen kann, was ich gerne mitnehmen würde, das wäre super. Und dann können wir ….. Was?

Wieso schaust du mich so komisch an?

Du wirst ja wohl nicht ernsthaft bezweifeln, daß dieses Dokument mir das Recht gibt, dich zu bestehlen? Du wirst wohl nicht ernsthaft die Rechtmäßigkeit dieses Dokumentes in Frage stellen? Du wirst ja wohl nicht behaupten, daß ich nicht das Recht habe, dich zu bestehlen? Das habe ich. Siehst du? Hier steht es doch.

Was? Du denkst, das reicht nicht aus? Du glaubst nicht, daß dich das zu irgendwas verpflichtet? Du glaubst nicht, daß dies hier mir das Recht verleiht, dich zu bestehlen?

Lass mich dir etwas zeigen.

Bild 41Das hier ist eine Kopie der Verfassung der Vereinigten Staaten. Und was sie unter anderem aussagt ist, daß der Kongress die Macht haben soll, Steuern festzulegen und einzunehmen. Mit anderen Worten: vor sehr langer Zeit ist ein Haufen Kerle zusammengekommen und hat auf einem Stück Papier niedergeschrieben, “Wir haben das Recht, dich zu bestehlen.”

Gut, sie haben es nicht Diebstahl genannt; sie nannten es Besteuerung. Weil sich das netter anhört. Aber im Wesentlichen ist es das gleiche. Wir haben das Recht, dir dein Eigentum wegzunehmen – mit Gewalt, wenn erforderlich – ohne deine Zustimmung.

Sie haben außerdem eine ganze Reihe von Regeln aufgeschrieben, wie die Diebe bestimmt werden, wie die Rituale gesetzlich verankert werden und die verschiedenen Arten von Diebstahl, die sie ausüben dürfen. Aber was dieser Teil der Verfassung im Wesentlichen sagt ist, “Wir haben das Recht dich zu bestehlen”.

Und – glaubst du denen?

Als ich das gemacht habe und auf Papier geschrieben habe, daß ich das Recht habe, dich zu bestehlen, hast du mich komisch angeschaut. Als sie das gemacht haben, hast du ihnen geglaubt? Hast du akzeptiert, daß dies ihnen die moralische Erlaubnis gibt, dein Eigentum ohne deine Zustimmung wegzunehmen?

Ich wette, das hast du. Wenn du zu den 99,99 Prozent der Bevölkerung gehörst, hast du ohne Frage die Idee akzeptiert, daß dieses Dokument irgendwelchen Menschen die moralische Erlaubnis erteilt, mit Gewalt den Reichtum anderer Menschen zu beschlagnahmen – und es Besteuerung zu nennen.

In der Tat hast du, genau wie 99,99 Prozent der Bevölkerung, noch nie darüber nachgedacht – bis jetzt. Die IRS, mit ihren Hunderten von Büros im ganzen Land, mit ihren Hunderttausenden von Angestellten, all das Eigentum, das sie beschlagnahmt haben, all die Bankkonten, die sie leergeräumt haben, all die Menschen, die sie strafrechtlich verfolgt haben und ins Gefängnis gebracht haben, das ganze Steueraufkommen, Einkommenssteuer, Grundsteuer, Verbrauchssteuern, alles. Jegliche Steuern stammen von diesem Tintengekritzel auf einem Stück Pergament. Das ist angeblich die Quelle der Befugnis von all dem. Diese paar Worte, hingeschrieben auf einem Stück Pergament vor ein paar hundert Jahren.

Indem sie dies schreiben, geben sie Leuten, die sie Kongressabgeordnete nennen, ein Recht, das du nicht hast und das ich nicht habe, und zwar das Recht, anderen Menschen mit Gewalt – wenn erforderlich – Geld wegzunehmen.

Und ich wette, daß du das bis jetzt als unzweifelhaft legitim angesehen hast. Du hast die Vorstellung akzeptiert, daß diese Tinte auf einem Stück Pergament, vor Hunderten von Jahren geschrieben, einigen Menschen die Erlaubnis erteilt, Millionen anderer Menschen zu bestehlen.

Und ich wette, du schaust herab auf jeden, der dies nicht akzeptiert. Auf die Leute, die Steuerbetrüger genannt werden, weil sie versuchen, nicht ausgeraubt zu werden, auch wenn dieses Stück Pergament sagt, daß jemand die Erlaubnis habe, sie auszurauben.

Ich wette, du glaubst, daß diese Menschen Kriminelle seien!

Und ich wette, du klatschst Beifall, wenn diesen Leuten die Bankkonten leergeräumt werden, wenn ihre Häuser beschlagnahmt werden und sie ins Gefängnis kommen. Weil du tatsächlich glaubst, daß dieses Stück Tinte auf Pergament von vor ein paar hundert Jahren einigen Menschen das moralische Recht gibt, andere Leute zu bestehlen.

Wow! Die haben wahrscheinlich Zaubertinte benutzt, mit der sie beim Niederschreiben auf dieses Stück Papier, “Wir haben das Recht, dich zu bestehlen”, tatsächlich die Moral verändert haben. Sie haben den Diebstahl in gewissen Situationen in etwas Gutes verwandelt.

Also, ich wette, als ich dir dieses Stück Papier gezeigt haben, war dir sofort klar, daß das ein Schwindel ist. Daß es Unsinn ist, daß ich behaupte, daß mir ein Stück Papier das Recht geben könne, dich zu bestehlen. Und es ist völlig egal, ob ich das mit einem Zauberstift geschrieben habe, ob ich es ausgedruckt habe, egal ob ich mir die Erlaubnis erteile und andere unterschreiben lasse. Nichts, kein Ritual, kein Dokument, kein Gesetz, das ich erschaffe oder das irgendeine Anzahl anderer Menschen erschafft, kann mir das Recht geben, dich zu bestehlen – genauso wenig wie es mir das Recht geben kann, dich umzubringen.

Aber das ist nicht das, was du in der Schule gelernt hast. Du und die meisten deiner Freunde und die meisten deiner Nachbarn haben alle gelernt und glauben daher, daß dieses Gekritzel auf einem Stück Pergament gewissen Menschen das moralische Recht gibt, Millionen anderer Menschen zu bestehlen.

Dieser so weitverbreitete Glaube ist noch absurder als dieses Stück Papier, das besagt, daß ich mir selber mit diesem Papier das Recht geben kann, dich zu bestehlen.

Für Anfänger: Zumindest gibt mein Papier die Quelle für dieses angebliche Recht zum Diebstahl an. Ich habe das Recht, dich zu bestehlen, weil ich das sage oder weil meine Freunde das sagen. Die Verfassung tut nicht mal das. Sie sagt, der Kongress habe die Macht, Steuern festzulegen und einzunehmen. Sie sagt nicht einmal, wer die Quelle dieses Anspruchs ist.

Außerdem: Mein Gekritzel auf einem Stück Papier legt eine lebende Person fest, der dieses Recht zum Diebstahl gegeben wird. Nämlich mich. Die Verfassung behauptet, diese Macht Leuten zu verleihen, die noch nicht mal geboren waren als dieses Dokument geschrieben wurde. Die erst 200 Jahre, nachdem dieses Dokument geschrieben wurde, geboren waren. Während mein Gekritzel auf einem Stück Papier ein lebendes Opfer bestimmt, nämlich Dich!, gibt die Verfassung das Recht, Menschen zu bestehlen, an Leute, die 200 Jahre nachdem die Verfassung geschrieben wurde geboren wurden.

Das ist, wie wenn ich schreiben würde, meine Urururenkel haben das Recht, deine Urururenkel zu bestehlen.

Es ist tatsächlich noch schlimmer: weil es nämlich keine Zeitbegrenzung in der Verfassung gibt. Was nämlich dieses Tintengekritzel auf Pergament behauptet ist, daß die Leute, die sich Kongressabgeordnete nennen, bis zum Ende aller Zeiten das moralische Recht haben, mit Gewalt den Reichtum anderer ohne deren Zustimmung wegzunehmen.

Lass es mich so höflich ausdrücken, wie ich kann:

Wenn du glaubst, daß dieses Stück Papier mir das moralische Recht gibt, dich zu bestehlen, dann hast du den Verstand verloren.

Wenn du glaubst, daß dieses Stück Papier dem Kongress das moralische Recht gibt, dich zu bestehlen, dann bist du mit Sicherheit nicht alleine, aber du hast immer noch den Verstand verloren.

Es ist an der Zeit, deinen Verstand wiederzufinden und damit anzufangen, den absoluten Unsinn zu überdenken, den man dir dein ganzes Leben lang erzählt hat.

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