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[manˈdaːt ə] und Briefmarken

Dank einer „kostenfreien“ Zahlungserinnerung (lol) kann ich ein Thema, das in der Warteschleife hing, elegant mit einem weiteren verknüpfen.

Viel Vergnügen und auch hier gilt:

Dies ist rein für Unterhaltungs- und Forschungszwecke gedacht. Ich teile meine Freizeitideen. Ich fordere hiermit niemanden auf, Handlungen jedweder Art zu initiieren. Jeder handelt in eigener Verantwortung.

Patrizia

„Sehr geehrte Frau XXXXXX,

wir freuen uns, daß Sie XXXX gewählt haben. Allerdings konnten wir für unsere ausstehende Rechnung in Höhe von 17,85 EUR bisher keinen Zahlungseingang feststellen bzw. den fälligen Betrag nicht abbuchen. Wir möchten Ihnen die Möglichkeit geben, Ihre Rechnung ohne Bearbeitungsgebühren zu begleichen und schicken Ihnen daher diese kostenfreie Zahlungserinnerung.

Sie können die Rechnung einfach begleichen, indem Sie Ihre Zahlungsdaten bei XXXX überprüfen und eventuell aktualisieren. Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit, einen erneuten Einzug zu veranlassen.

………

Herzliche Grüße

Ihr Business Plattform-Team“

Sehr geehrtes Business Plattform-Team!

Ich habe mit großem Interesse Ihre humorvollen Zeilen gelesen. Vor allem den Teil, wo sie die „kostenfreie Zahlungserinnerung“ erwähnen.

Wie Sie vielleicht wissen – oder auch nicht – ist es im ehrenhaften Handel üblich, daß man für eine vollbrachte Leistung dem Empfänger eine Rechnung zukommen lässt. Eine Rechnung einfach ins Internet zu stellen und damit den Empfänger in eine Holschuld zu manövrieren, verstehe ich nicht als ehrenhaft und entbehrt in meinen Augen einer gewissen Seriosität.

Wenn Sie in der Lage sind, mir eine Zahlungserinnerung per E-Mail zu schicken, frage ich mich, warum Sie den gleichen Prozessschritt nicht schon früher anwenden und mir die Rechnung als E-Mail schicken. Oder wollen Sie Ihren Kunden das Lastschriftverfahren oder wie es jetzt so schön heißt, Sepa-Mandat, schmackhaft machen?

Lassen Sie uns hier kurz verweilen und Wikipedia zitieren: „Als Mandat (von lateinisch mandare ‚aus der Hand geben‘, ‚beauftragen‘, ‚befehlen‘) bezeichnet man grundsätzlich einen Auftrag oder eine Ermächtigung ohne genaue Handlungsanweisungen.“

Hmm….  Abgesehen davon, daß ich mit einem Mandat eine Ermächtigung ohne genaue Handlungsweisungen vergäbe, was nach meinem Verständnis einem Blanko-Scheck gleichkäme, weiß ich außerdem gar nicht, was zum Beispiel diejenige Partei, die dann das Mandat innehat, unter dem Begriff Mandat versteht. Ist dieser Begriff möglicherweise kodifiziert?

Schauen wir mal, was Wikipedia zu Kodifizierung sagt: „…… Explizites Wissen wird aufgezeichnet und für die Wiederverwendbarkeit gespeichert (z. B. in Datenbanken) mit dem Ziel, einen wissensbasierten ökonomischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu erlangen.“  Interessant!

Wissen Sie, in einer Zeit, wo täglich neue prekäre Informationen über Vorgehensweisen von Finanzinstitutionen ans Tageslicht kommen, wäre es fahrlässig von mir, jemandem, der nicht alle Fakten transparent macht und möglicherweise Kodifizierungen benutzt, um vielleicht einen versteckten Vorteil mir gegenüber zu haben, ein Mandat zu vergeben und persönliche Daten preiszugeben für einen Vorgang, der mich (in Ihrem Fall) zwei Minuten Zeit im Quartal kostet.  Haben Sie also Verständnis dafür, daß ich weiterhin Ihre Forderungen überweisen werde. Sie können eine Zeitersparnis generieren, indem Sie mir in ehrenhafter Weise die Rechnung per E-Mail oder gerne auch per Post zukommen lassen.

Bild 23Da Effizienz heute wichtig zu sein scheint, darf ich ihnen noch einen Tipp geben: Eine Rechnung (einseitig oder doppelseitig bedruckt) nebst Kuvert wird 20 Gramm nicht übersteigen. Wenn Sie sich mit der Einrichtung Weltpostverein vertraut machen, werden Sie feststellen, daß Deutschland Mitglied im Weltpostverein ist. Das heißt, daß  Sie einen Brief mit einem Gewicht bis zu 20 g mit einer 3- (in Worten: d-r-e-i) Cent-Briefmarke verschicken können. Ich habe es selber ausprobiert. Da kommt keine Infopost mit. Aber glauben Sie mir nicht, recherchieren Sie selber!

Gell, da könnten Sie bei Ihrem Chef punkten. Es sei Ihnen gegönnt!

Mit Herzensgrüßen

XXXX

3 Kommentare zu “[manˈdaːt ə] und Briefmarken

  1. Eine Frage an den Autor dieses Beitrages::
    In welchem Land kann der IAS (Int. Antwortschein) denn für umgerechnet 3 cent €uro erworben werden?
    Wikipedia kommt auf umgerechnet 0,32 €, sofern man den IAS in Nigeria erwirbt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Antwortschein#Verwendung_in_Deutschland

    Mit Dank für eine Rückmeldung!
    Gruß, Thomas

  2. wo findet man das mit den 20 Gramm…?

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