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Sanktionen und die Geburt des neuen Russland

Gefunden auf Kopp Nachrichten: http://info.kopp-verlag.de

F. William Engdahl

Heute möchte ich über meine Eindrücke bei meinem jüngsten Besuch in St. Petersburg berichten. Ich war als Redner zu einer Podiumsdiskussion zum Thema »Lassen Sie nie eine gute Krise nutzlos verstreichen« eingeladen. Der Titel ist eine Abwandlung des alten chinesischen Sprichworts: »Jede Krise bietet auch neue Chancen.« Und genau das zeigt sich heute in der Russischen Föderation, von dort sich verbreitend über die Weiten Eurasiens bis hin nach Asien, Afrika, den Nahen Osten und Lateinamerika.

2645671 06/18/2015 Economist, journalist and author Frederick William Engdahl visits Radio Sputnik during the 19th St. Petersburg International Economic Forum. Igor Russak/RIA Novosti

2645671 06/18/2015 Economist, journalist and author Frederick William Engdahl visits Radio Sputnik during the 19th St. Petersburg International Economic Forum. Igor Russak/RIA Novosti

In Ermangelung eines besseren Begriffs bezeichne ich das, was sich dort entwickelt, als Neuausrichtung der Welt. Sie ist etwas grundsätzlich anderes als die US-dominierte Neue Weltordnung, die George H.W. Bush nach der Auflösung der Sowjetunion bei einer Rede vor dem amerikanischen Kongress proklamierte. Wörtlich sagte er damals: »Aus diesen unruhigen Zeiten kann sich unser … Ziel – eine Neue Weltordnung – entwickeln…«

Heute ist klar, dass sich Bush mit der Neuen Weltordnung skrupellos das Chaos nach dem Ende der Sowjetunion zunutze machen wollte, um eine unipolare Welt zu schaffen, in der eine winzige selbsternannte Elite der ganzen Welt ihre Existenzbedingungen diktieren würde. Dies zu erreichen war das ausschließliche Ziel der US-Außenpolitik, der US-geführten Kriege und Angstkampagnen unter drei US-Präsidenten der vergangenen 25 Jahre seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Es war die Triebfeder hinter den von den USA geschürten Bürgerkriegen in der Ukraine und in Syrien, die Kampagne gegen China im Ostchinesischen Meer, die verdeckte Unterstützung für ISIS. Oder die US-Wirtschaftssanktionen gegen Russland, zu denen Washington auch die EU gewaltsam gedrängt hat – zum Schaden der EU und der Wirtschaft ihrer Mitgliedsländer.

Das, was ich nicht nur in St. Petersburg, sondern auch bei anderen Russlandbesuchen in letzter Zeit erlebt habe, kann ich nur mit einem Wort beschreiben: »außergewöhnlich«. Anstatt sich verängstigt der endlosen Barrage von Attacken und wirtschaftlichen oder finanziellen Sanktionen zu beugen, legen Russland und die Führung des Landes größere Zuversicht an den Tag und – ganz entscheidend – agieren selbstsicherer und im positiven Sinne aggressiver als je zuvor, wie ich anhand einiger Beispiele verdeutlichen möchte.

 

Führend bei Bio-Nahrungsmitteln

Die heutige russische Führung hat begriffen, dass die Landwirtschaft, die in der von Korruption geprägten Jelzin-Ära als Schwachpunkt galt, in Wirklichkeit eine der größten Stärken des Landes ist.

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