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Herzenshöhe heißt: Den Liebes-Partner „So-Sein-lassen“ ohne Dominanz

von Renate Helene Zormeier

herzenshoehleLeider leben Mann und Frau noch nicht wirklich in Harmonie miteinander. Nach langer Unterdrückung der Weiblichkeit wurde ihre notwendige Emanzipation im letzten Jahrhundert in der westlichen Welt doch etwas zu weit getrieben. Die Balance zwischen den Genien muss wieder geschaffen werden.

Der „Herr der Schöpfung” weiß nicht mehr, wie er sich richtig verhalten soll, um in seiner Rolle in der Gesellschaft und in der Partnerschaft allen Anforderungen gerecht zu werden – Dominanz oder nicht Dominanz.
Die „Femina der Schöpfung“ hängt oft der landläufigen Meinung an, selbst alles schaffen zu müssen, übt gern maskuline Berufe aus und lebt nach dem Spruch „Selbst ist die Frau“. Ja, auch sie erliegt nicht selten dem Phänomen, in ihrer Liebesbeziehung dominant sein zu wollen.
Da stimmt doch immer noch was nicht.

Jetzt muss wieder Gleichgewicht auf beiden Seiten hergestellt werden.
Dies kann nur geschehen durch bedingungsloses Anerkennen der weiblichen und männlichen Qualitäten. Beide sind gleichwertig in ihrer ursprünglichen Essenz. Eine Frau, die ihren Mann aus alten, erkannten oder unerkannten Verletzungen heraus achtlos dazu zwingt, sich klein zu machen, tut sich damit keinen Gefallen. Sie findet vielleicht eine Art Schein-Befriedigung darin, zu sehen wie er sich ergibt, aber wirkliche Befriedigung wird sie so nicht finden.
Sie sitzt auf einem schwelenden Vulkan, denn ihr Mann muss irgendwann für sich selbst, für seinen Eigenwert, natürlicherweise, wieder dazu stehen, dass er ein Mann ist. Das kann früher oder später geschehen, denn solch ein Verhaltensmuster passt nicht zu ihm. Er muss sich dementsprechend achtungs- und liebevoll auch mal durchsetzen können.
Dadurch, dass die Männer-Psyche so unsicher ist und nicht weiß, wie sie sich ihre natürliche Autorität friedvoll erhalten kann, ist oftmals heftiger Übergriff körperlicher oder seelischer Art die Folge; ein Garant für partnerschaftlichen Mißerfolg. Denn der weibliche Schoß bedarf dringend der Achtung und Heilung… ist er ungeheilt, nehmen sich Frauen in unbewusster Manier zu viel Macht und herrschen.

Das heißt jedoch umgekehrt keineswegs, dass der Mann die Frau unterdrücken darf. Schließlich will der Mann eine weibliche, weiche, liebende, fürsorgliche und zu ihm aufschauende Frau. Eine unterdrückte Frau wird ihn niemals schätzen. Weibliche Achtung bekommt Adonis nur, wenn er sie auch dementsprechend achtungsvoll behandelt. Eine unterdrückte Frau wird ihrem Mann niemals das geben, was er will und braucht – nämlich Vertrauen, das ihn anspornt, tiefe Liebe, die sein verletztes Herz öffnet und wirkliche Hingabe.
Diese Gaben entstehen natürlicherweise durch das Zulassen, das ER so ist wie er eben ist. Alles hat seinen Sinn, perfekt oder nicht perfekt. Vertrauen in seine Handlungen vermag die Anerkennung seiner Leistungen mit sich bringen.
Sein Selbstwert wird in Herzenshöhe (Liebe in Augenhöhe nenne ich Herzenshöhe) zur Frau steigen, im gleichen Tempo wie umgekehrt.

Wenn Paare nur noch eine seichte Beziehung führen, die zwar eine „sichere“ Lebensgemeinschaft nach außen darstellt, sei es finanziell oder in emotionaler Oberflächlichkeit, aber ohne tiefe Berührung mit Herzverbindung, wird diese Frau in ihrem Inneren immer auf den rettenden Prinzen warten.
Wenn er kommt, ist die bestehende Partnerschaft zu Ende. Es wird mit viel Tränen passieren, aber sie wird gehen.
Die innere Sehnsucht nach Tiefe ist so stark, dass es kein Halten geben wird. Helden mit Herz sind immer noch der große Traum aller Frauen.

Es ist nicht die Aufgabe unseres Partners, uns glücklich zu machen.
Das ist unser ganz eigener Job – es ist die wichtigste Aufgabe unseres Lebens. Und es ist nicht unsere Aufgabe, unseren Partner glücklich zu machen. Das ist sein ganz eigener Job.
Und für diese Aufgabe benötigen wir Zeit, viel Zeit mit uns selbst. Wer sich selbst genügen kann und für sein Glück sorgt, der ist voller Freude, voller Kraft, der läuft über vor Freude und hat deshalb viel zu geben, zu schenken.
Dann wird aus einer Beziehung eine Beschenkung.

Eine glückliche Beziehung setzt Partner voraus, die auch mal mit sich allein sein können und eine bewusste, liebevolle Beziehung zu sich selbst pflegen.

Wer sich diese Zeit nicht nimmt, verliert sich in seiner Partnerschaft schnell selbst und bleibt unzufrieden, hungrig und frustriert zurück.

Die weibliche Energie ist das SEIN, in sich selbst RUHEN ohne zu warten.
Die männliche Energie ist das TUN und das auf die Frau ZUGEHEN.

Das ist die Aufforderung an die Frau, in ihre Urkraft zu gehen, ihre Verletzungen anzuschauen, damit sie ihm für seine Entwicklung den Boden bereiten kann.
Das ist die Aufforderung an den Mann, MANN zu werden – in dem immer größer werdenden Raum, den sie ihm dafür schenkt.
(Es ist ein sehr großes Geschenk der Weiblichkeit an den Mann, ihm den Raum des „Mannwerdens“ zu ermöglichen, ihm den nötigen Raum zu lassen!)

Am Ende dieses gemeinsamen Heilungsprozesses ist alles „unschuldig und rein“ wie die Liebe und ihr könnt eure „Erste Liebe auf Seelenebene“ erleben, wie alt ihr auch immer sein mögt.

Durch unsere leidvollen Erfahrungen in der Geschichte der Geschlechter, befindet sich seit unendlich langer Zeit ein so tiefer Graben dazwischen, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, wie es sich anfühlt, wenn die Liebe wieder fließt, wenn beide Seiten ständig liebende Wertschätzung üben.

Der beste Weg ist, sich zu entscheiden, Liebe ohne Dominanz, ganz einfach wieder anzunehmen.

Liebe Frauen, lasst Euch wieder in den Mantel helfen, schwere Taschen tragen, Nägel in die Wand schlagen und die Tür aufhalten. Männer zeigen Ritterlichkeit sogar gerne, wenn sie dankbar angenommen wird.

Ob ohne oder mit aktuellem Partner – Frauen dürfen wieder beginnen zuzulassen, dass es eine liebevolle männliche Präsenz gibt, die ihre Weiblichkeit gerne beschützt und unterstützt, in der Partnerschaft und ganz besonders im gesellschaftlichen Umfeld. Geht selbst in eure innere und äußere Wertschätzung, tut Gutes für euch, feiert euer „So-Sein“.

Liebe Männer, jeder Mann, der ehrlich in sich hineinschaut, weiß, dass er mehr ist, als ein Machoprinz, ein wilder Cowboy, ein Super-Softie, ein Protein-Ballon oder Karriere-Junkie. Tatsächlich ist da so viel mehr.

Dass dort wahre Tiefe, Wärme und Schönheit in eurer männlichen Energie ist, würde selbst euch Männer in Erstaunen versetzen. Ihr trägt die Antworten in euch. Wenn ihr nur bereit seid, all die Konditionierungen, Scham und Angst loszulassen. Wenn ihr nur bereit seid, nachzuforschen, woher eure Ohnmacht kommt, ist eine Auflösung nicht weit.

Ein vertrauenswürdiger Partner, der mit unseren spirituellen Absichten übereinstimmt, mit uns bedingungsfreie Liebe übt und → Gewahrsein, gegenseitige Achtung, und „So-Sein-Lassen“ kultiviert, kann ein wertvoller Gefährte in diesem Heilungsprozess sein.
Eine lange Reise der Trennung hat Mechanismen des Urteils, der Unwürdigkeit, der bedingten Liebe und des Wettbewerbs in uns und in Anderen geformt. Es ist beispielsweise essenziell, jedes Gefühl von Unwürdigkeit aufzulösen, da dieses Gefühl in uns die Illusion aufrecht erhält, dass wir unsere eigene Aufmerksamkeit nicht verdient haben und dass wir kämpfen müssen, um uns die der anderen zu verdienen.
Doch in einer dominanzfreien Beschenkung wollen wir nichts vom Anderen. Die Hilfe des Anderen besteht ohne jede Anstrengung, als Schwingungs-Unterstützung, indem er uns selbst spiegelt, durch die Erlaubnis hier und jetzt zu sein, was wir sind – wodurch wir lernen, dass auch wir uns erlauben können zu sein, zu leben was und wer wir sind.

Wenn wir allmählich aufhören, Kompromisse zu machen, die nicht mit unseren heiligen ursprünglichen Absichten vereinbar sind, dann befreien wir uns von den alten, unbewussten, illusorischen Mustern des Beziehens und öffnen den Raum für das wundersame Erblühen einer erleuchtenden Beschenkung.

Diese Art von Beschenkung entsteht einfach als eine natürliche Folge mit einem Partner, der hier und jetzt in Resonanz mit uns ist, uns Sein lässt.

Denn ohne den anderen „So-Sein“ zu lassen ist es keine wahre Liebe. Und ohne wahre Liebe zu leben, ist es schwierig, weil ohne wahre Liebe das Leben keine Bedeutung trägt, es sinnlos ist.

Ohne Liebe hat das Leben keine Poesie. Ohne Liebe trägt der Baum keine Früchte, zieren die Haine keine Blumen, erzeugt der Ton keine Melodie.
Ohne Liebe kann man nicht… tanzen, feiern, lachen, kann man nicht dankbar sein, kann man nicht fröhlich beten.

Ohne Liebe sind Tempel nur gewöhnliche Häuser …sind Eltern und ihre Kinder nur Statisten im Lebensspiel unserer Matrix.
Durch die wahre Liebe sind wir gewappnet, den Schleier der verdunkelnden Matrix vor unseren Augen ohne Angst zu lupfen, ja sogar aufzuheben, wenn die Zeit reif ist.

Mögen bald Freudentränen das Lied unserer Mutter Erde und das des Kosmos schmücken!

 

Buchtipp:

„Der (v)erkannte Mann“ – von Renate Helene Zormeierder-verkannte-mann
zu beziehen im Best-Off-Verlag für € 16,50
www.bestoffverlag.de  ISBN 978-3-942427-09-8

www.kraftplatz-portal.de/mann-frau/

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