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Deutschsprachige Medien im Kampf gegen Daniele Ganser

Hier möchte ich auf einen sehr informativen Beitrag einer jungen Frau, Ramona Wakil, die aus dem Kriegsgebiet Afghanistan stammt, hinweisen. Sie schreibt auf ihrer Webseite Beiträge über Krieg, Frieden und Desinformation. Sie recherchiert diese Themen gründlich und setzt sich mit ihnen auseinander. Wer könnte ein besserer Botschafter für den Frieden sein als ein Kind aus dem Kessel und den Wirren des Krieges? Ich ermuntere jeden, der für Frieden einsteht, sich auf ihrer Seite umzusehen und sich selbst ein Bild über dieses Thema zu machen. Bekanntlich entsteht Frieden zuerst mal bei einem selbst und von dort kann er weitergetragen werden.

Einer ihrer Beiträge setzt sich auseinander mit der Diffamierung des Historikers Dr. Daniele Ganser. Es ist schon sonderbar, wie die Mainstreammedien, die angeblich nach dem Frieden schreien, einen echten Friedensforscher und Friedenshistoriker zugrunde richten wollen. Doch vergebens. Je mehr sie gegen Dr. Daniele Ganser wettern, umso größer die Schar seiner Zuhörer.

Crae´dor

Zuerst erschienen auf: https://www.rwkl.ch
Vielen Dank an die Autorin für das eingeräumte Recht der Zweitverwertung!

Von Ramona Wakil

Der unerbittliche Kampf der Medien gegen Dr. Daniele Ganser ist aktueller denn je. Weshalb steht der Schweizer Historiker dermaßen unter Beschuss? Liegt es an seinen Nicht-NATO-konformen Thesen oder eher an dem ständigen Hinterfragen gewisser historischer Ereignisse, die längst in Vergessenheit geraten waren? Die Medien können über Daniele Ganser schrieben was sie wollen, doch er ist intelligent genug, um mit der Verurteilung seiner Person fertig zu werden und zwar aus einem einfachen Grund. Er kann seinen Kritikern mit seinem Fachwissen problemlos die Stirn bieten. Seine Bücher und seine Beobachtungen sind belegt und seine Hauptaussagen lassen sich von vielen Quellen verifizieren. Trotzdem hat die Medienwelt von all den detaillierten Beobachtungen genug und so stoßen wir auf eine lange Liste seiner vermeintlichen Medienfeinde. 

Die Aargauer Zeitung, die Basler Zeitung, Die Welt, die Berner Zeitung und unzählige mehr. Sie alle haben vor dem vermeintlich grössten Schweizer Superstar unter den Verschwörungstheoretikern gewarnt. Der gesamte deutschsprachige Raum wurde von ihm gewarnt. Muss man die Menschen davor warnen, nicht zu hinterfragen? Nicht zu lesen und nicht offen und differenziert zu denken?

Ehrlich gesagt, ich weiß nicht was Herrn Ganser, der immerzu für den Frieden appelliert und den Krieg verurteilt, als Individuum so gefährlich macht. Wenn die vierte Gewalt ihre Macht, die Bevölkerung von tatsächlich gefährlichen Menschen, ausgenützt hätte, wären wir jetzt weiter gewesen. Weshalb hat man in diesen Zeitungen nie einen warnenden Content über Benjamin Netanyahu abgedruckt? Denkt die Redaktion tatsächlich, dass Bibi eine kleinere Gefahr für den Weltfrieden darstellt als Daniele Ganser und deshalb muss doppelt und dreifach über seine Person geurteilt werden?

Man kann nicht leugnen, dass die Medienportale unter immensem Einfluss stehen und nun mal nicht alles abdrucken können, doch immer dasselbe zu bringen, macht keinen Spass mehr.

Weshalb hat man in diesen Zeitungen nie einen warnenden Content über Benjamin Netanyahu abgedruckt?

Ich habe als Protest dieser einseitigen und haltlosen Argumentation gegen Daniele Gansers Arbeiten eine E-mail an die Berner Zeitung geschrieben. Anlass für meine Reaktion war ein Artikel [1], der einen Ausschnitt aus Roger Schawinskis Buch „Verschwörung – Die fanatische Jagd nach dem Bösen in der Welt“ markiert. Ich konnte nicht glauben, dass nach all den Artikeln gegen Gansers Arbeiten so weit ausgeholt werden musste.

Nachdem skandalösen Arena-Auftritt, übergab man ausgerechnet Roger Schawinski das Wort. Eine Person, die heiss darauf war, Daniele Ganser zu diffamieren. Nicht dass er sich bereits im Live-Fernsehen aggressiv gegen ihn ausgesprochen hat, nein jetzt soll es Schwarz auf Weiss sein.

Erstens sollte ganz schnell klargestellt werden, dass Herr Schawinski über keinerlei Grundwissen im Bereich der internationalen Politik verfügt. Er versucht trotzdem, die Thesen von Ganser unbeholfen zu widerlegen. Wir sind uns hoffentlich darüber einig, dass man die Arbeit eines Doktors nicht von einem Gymnasiasten korrigieren lässt. Noam Chomsky, eine der berühmtesten und intelligentesten Intellektuellen der Zeit, ist nur einer der Großen, die Gansers Doktorarbeit NATO-Geheimarmeen in Europa gelobt hat.

Gansers Arbeiten sind äußerst detailliert recherchiert und überzeugen viele Kritiker. Doch ausgerechnet Roger Schawinski, der zuvor im Artikel Ganser richtigerweise als unqualifiziert dafür bezeichnet, die Sprengung oder Nicht-Sprengung des WTC7 zu beurteilen, möchte nun eine Doktorarbeit über verdeckte Kriegsführung widerlegen und den Syrien-Krieg erklären. Das hört sich sehr absurd an, wenn man abermals bedenkt, dass Herr Schawinski keine Ahnung über diese Themen hat.

Wir sind uns hoffentlich darüber einig, dass man die Arbeit eines Doktors nicht von einem Gymnasiasten korrigieren lässt.

Die Konditionen für einen differenzierten und fairen Artikel stimmen somit bereits im Voraus nicht. Doch weder die Berner Zeitung noch die anderen Zeitungen scheint das, zu interessieren. Nachdem die BZ-Redaktion mich mehr als drei Wochen warten liess, erhielt ich eine Stellungnahme. Auf die Frage, weshalb man sich für Roger Schawinski als Gastautor entschied, um dieses Thema den Lesern näher zu bringen und weshalb sich die BZ für die kommentarlose Akzeptanz der Argumente Schawsinkis entschied, erhielt ich schliesslich diese Antwort:

«Der Auszug erschien nicht nur bei der BZ, sondern bei allen Bezahlzeitungen der Tamedia, also unter anderem auch beim Tages-Anzeiger und beim Bund. Seit Januar 2018 produziert nämlich die sogenannte „Redaktion Tamedia“ Inhalte mit nationaler und internationaler Tragweite für mehrere Titel. Wie das genau funktioniert, können Sie hier nachlesen. Schawinskis Buchauszug wurde von jener Redaktion Tamedia veröffentlicht. Der Text ist klar als Buchauszug deklariert und hat deshalb keinen Anspruch auf Neutralität. Er zeigt die Sichtweise von Roger Schawinski auf.»

Sehr intelligent gemacht, das muss ich zugeben. Man lässt Gastautoren sprechen und stellt sich weder hinter noch gegen die Aussagen. Das Ziel wird nämlich auch so erreicht. Der Leser kriegt einen spannenden Artikel und die Redaktion freut sich über ihr «breites und vielfältiges» Medium. Schön und gut. Dann fordere ich höflichst auf einen Ausschnitt von anderen Büchern abzudrucken, wie beispielsweise aus Gansers Büchern, um den Lesern eine noch breitere Auswahl zu ermöglichen.

Sie wissen hoffentlich, auf was ich hinaus will. Die Medien verharmlosen mit derartigen Antworten ihre Macht. Es wird anschliessend darauf plädiert, man solle offen und kritikfreudig sein, wenn immerzu nur dasselbe abgedruckt wird. Die neoliberale, transatlantischen und anti-russischen Tendenzen nehmen somit nicht nur zu, sondern genau solche Berichterstattung macht die Bevölkerung misstrauisch. Weshalb sind gegenwärtig denn die Alternativen Medien und Leute wie Daniele Ganser so beliebt?

Es macht misstrauisch wenn immer dasselbe behauptet wird, ohne die meisten Geschehnisse sauber zu recherchieren. Solcher Journalismus ist schnell, faktenlos und haltlos. Seien sie kritisch mit den Arbeiten von Ganser, bitte nur zu. Menschen wie Roger Schawinski dann das Zepter zu übergeben, statt selbst zu forschen und monatelang Gegen-Argumente zu finden, scheint aber bequemer zu sein.

Gansers Hauptbotschaft ist und bleibt, für den Frieden zu kämpfen. Wir sind uns hoffentlich darüber einig, dass schon viel schlimmere Botschaften in Büchern und Hörsälen verbreitet wurden.

Aus der ganzen Diskussion kann man eins lernen. Egal wie viel Kritik, Verurteilung und Neid auf die Friedensforscher hageln wird. Egal mit welchen Begriffen, ob Verschwörungstheoretiker oder sonst was, er betitelt wird, die Bevölkerung muss interessiert und aufmerksam am Weltgeschehen teilhaben.

Die Friedensbewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz muss trotz diesem negativen und nichtssagenden Kampf gegen Daniele Ganser, weiterhin bestehen bleiben und wachsen. Gansers Hauptbotschaft ist und bleibt, für den Frieden zu kämpfen. Wir sind uns hoffentlich darüber einig, dass schon viel schlimmere Botschaften, in Büchern und Hörsälen verbreitet wurden.

Quellen:

[1] Verfasser: Roger Schawinski, Was treibt Daniele Ganser an, https://www.bernerzeitung.ch/leben/gesellschaft/was-treibt-daniele-ganser-an/story/15537394, [Letzter Zugriff am: 08.09.2018]

 

4 Kommentare zu “Deutschsprachige Medien im Kampf gegen Daniele Ganser

  1. Daumen hoch Johannes!

    JA, DAS ist einer der wesentlichen Gründe, weshalb sich „friedensdienend“ Nennende sehr oft nicht weiterkommen. JA, man kann für den Frieden sein, vielleicht auch noch für eine friedliche Welt brennen, aber kämpfen? Mit wem soll man denn kämpfen? Und was dann, wenn der Kampf tödlich endet?

    „Bomben für den Frieden“, wie wir es ja bereits kennen, setzt dem Fass dann noch die Krone auf und da sind wir in dieser verirrten Welt bereits gelandet…

    Raus aus dem Thema Kampf und ran mit dem Herzen, dann wird Veränderung folgen!

  2. Daniele Ganser ist ein Guter Mensch! Davon können sich Deutsche Politiker noch ein paar Scheiben abschneiden. Im Gegensatz zu Daniel Ganser haben wir Sonderschüler in der Politik die jeden Blödsinn glauben! LG Michael

  3. „Gansers Hauptbotschaft ist und bleibt, für den Frieden zu kämpfen.“

    Tja… So sehr Menschen wie Daniele Ganser gewiss zur „Aufklärung der Massen“ beitragen – Formulierungen wie die oben angeführte machen mich dennoch besorgt:

    KANN das funktionieren?
    Ein KAMPF für den FRIEDEN???
    Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

    Das gewiss gut gemeinte Anliegen der Autorin kommt für mich sehr wohl rüber – diese (und andere) Wortwahl macht mir allerdings einmal mehr deutlich, dass derartige Veränderungen ERST IN UNS fruchten müssen, um zu einem Frieden im Außen zu führen…

    Gemäß dem alten Spruch aus dem Talmud:
    „Achte auf Deine Gedanken,
    denn sie werden zu Deinen Worten…“

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