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Fühlendes Erkennen im Alltag – Innere Ruhe finden und halten

meditation-zen

von Sélepathos

Ich saß gestern auf einer Wiese, inmitten von Johannisbeerbüschen, Apfelbäumen und zwitschernden Blaumeisen, die sich vergnügten. Dabei ließ ich meiner Wahrnehmung und den Gedanken freien Lauf. Ohne zu kommentieren, ohne zu werten, nur pure Konzentration auf mein innerstes Gefühl.

Seit vielen Wochen verstärkt sich in mir das Gefühl der inneren Verbundenheit mit Allem, was ist. Sobald ich eine Person oder einen Gegenstand ansehe und ich mich gleichzeitig auf meine Gefühle konzentriere, entsteht dieses angenehme Wohlgefühl. Es durchströmt mich regelrecht und es fühlt sich so an, als ob sich meine Wahrnehmung in Wellen ausbreitet und wieder zurückzieht.

Es ist unbeschreiblich schön und manchmal so intensiv, wie ich es kurzzeitig bei der Quantenheilung kennengelernt hatte. Es ist der Punkt, wo der Verstand aussetzt und sich das Bewusstsein um ein Vielfaches erweitert. Gehe ich in meiner Konzentration zu weit, zieht sich der Verstand fast vollständig zurück und das Gefühl wird so intensiv, dass es vor Schönheit kaum auszuhalten ist. Irgendwann setzt der beobachtende Verstand wieder ein und versucht das gerade erlebte Glück logisch zu erfassen.

Es ist eine Gratwanderung in der Wahrnehmung, zwischen verstandesorientierter Beobachtung und der Erweiterung des Bewusstseins über das normal Sichtbare hinaus, was letztendlich darin gipfelt, dass sich das Beobachtete innerhalb meines Bewusstseins befindet und ich Zugang zu mir sonst verschlossenen Informationen erkenne. Ich nenne es „Fühlendes Erkennen“.

Dieser Zustand ist in seiner Intensivität unterschiedlich. Unterschwellig ist das Gefühl grundsätzlich immer wahrnehmbar. Es ist aber sehr entscheidend, wie viel meiner verfügbaren Konzentration von der äusseren Welt vereinnahmt wird und wie stark ich gleichzeitig bewusster Beobachter meiner eigenen Gefühle bin. Mit zunehmender Konzentration nimmt der Gedankenstrom ab und wird schließlich vollständig ausgeblendet.

Wie komme ich also im täglichen Leben in diesen Zustand, wie kann man das trainieren und halten?

Ich möchte meine Erfahrungen und Beobachtungen mit euch teilen. Jeder ist Lehrer und Lernender zugleich. Mit Freunden bilden wir oft Gesprächsgruppen, wobei wir uns in diesen Zustand begeben und die Konzentration der Gruppe auf den Sprechenden gelegt wird. So kommt man schnell zu wahrem Wissen.

Also, wie kann ich es euch erklären? Meine Beobachtung war folgende. Es kommt zuerst darauf an, wohin man seine Konzentation richtet. Um mit einem Baum zu kommunizieren habe ich früher immer versucht, mein Bewusstsein über angestrengte Konzentration in den Baum hinein auszudehnen. Ich wolle es mir visuell vorstellen, aber es kam zu keinem Ergebnis, was auch nur ansatzweise die Intensität des jetzigen Erlebens wiederspiegeln könnte. Also machte ich etwas falsch. Anstrengung ist ein Weg, der auch kurzzeitig funktionieren kann, aber es ist nicht dauerhaft praktizierbar, denn es kostet sehr viel Energie und man fühlt sich hinterher ausgelaugt. Ein Rebirthing-Kurs an einer Yoga-Schule brachte mir übrigens die gleiche Erkenntnis. Anstrengung bringt einen nur kurzzeitig in diesen Zustand und es ist bei weitem nicht so intensiv.

Also gab es da noch die entgegengesetzte Methode – nichts tun, gar nichts. Nicht denken, nicht bewegen, aber bewusste Präsenz. Und zwar nicht nach außen, sondern nach innen. Alles im Außen hat seinen Urspung im Innen. Also ging ich den Weg nach innen. Die nächste Frage war, worauf konzentriert man sich im Innen?

Anfangs habe ich mich auf mein Herz konzentriert, es mir bildlich vorgestellt, und dann bin ich auch visuell dort eingetaucht. Aber das Herz in seiner Form ist ein bereits manifestiertes Objekter. Objekte die wir uns vorstellen können, stellen für eine tiefere Wahrnehmung eine Begrenzung dar, da sich ein Teil unserer Konzentration auf die materielle Form legt. Was ich suchte, war ein Zugang zum Unmanifestierten, zu anderen Bereichen des Seins.

Es ist wie in der Quantenmechanik – Information und Energie kann als Teilchen oder als Welle auftreten. Beobachten wir sie als Teilchen, so hat sie einen definierten Ort, wo sie erscheint. Beobachten wir sie als Welle, kann der Ort nicht bestimmt werden. Und so ist es auch mit dem Zugang. Konzentrierst du dich auf einen Ort, so konzentrierst du dich auf den materiellen Ausdruck. Konzentrierst du dich auf die Wahrnehmung eines Gefühls, so kommst du an die Grenze zwischen der materiellen und der immateriellen Welt.

Diese Grenze, diese Gratwanderung wo das Gefühl in die Einheit des Erkennens übergeht, das ist genau der Bereich, wo Wissen, wo Weisheit und innere Verbundenheit in allen äußeren Erscheinungen erlebt werden kann. Gefühle sind die Tore zu Informationen anderer Seinsformen, zu anderen Dimensionen und zur Einheit mit dem Göttlichen. Gefühle findest du nur in deinem Inneren, niemals in der äußeren Illusion.

Was kannst du also tun, um auch währen des täglichen Lebens in diesen Bereich der Wahrnehmung zu kommen? Es ist gar nicht so schwer. Konzentration auf das Gefühl in deinem Inneren, reine Beobachtung im Außen, das ist der Schlüssel. Je höher die Konzentration auf Atmung, Herzschlag und vor Allem auf deinen Gefühlen liegt, umso schwächer ist die Identifikation des Bewusstseins mit der materiellen Darstellung der äußeren Welt der Formen und umso näher fühlst du dich mit der Einheit des Göttlichen verbunden.

Du wirst die Handlungsweisen deiner Mitmenschen über eine andere Wahrnehmung verstehen, bei manchen wirst du tiefes Mitgefühl in dir entdecken, denn du kannst jetzt die größere Wahrheit sehen. Du erkennst ihr wahres Wesen und ihre so oft versteckte Schönheit und Einzigartigkeit.

Versuche so oft wie möglich in diesen Zustand zu kommen und du wirst erkennen, welche Informationen in der äußeren Realität nur darauf warten von dir entdeckt zu werden.

Viele Dinge und Ansichten werden sich ändern, wenn du tieferen Einblick gewinnst. Letztendlich wirst du aufhören zu kämpfen, denn du erkennst den tieferen Sinn, die göttliche Schönheit und Intelligenz hinter den Dingen.

In Liebe, Sélepathos

9 Kommentare zu “Fühlendes Erkennen im Alltag – Innere Ruhe finden und halten

  1. Deine Homepage habe ich heute zum ersten mal entdeckt und … unglaublich… hier lese ich genau das, was mir gestern passiert ist. Einfach so, aus heiterem Himmel. Ganz unspektakulär im Auto. Ich habe an nichts gedacht, mich nur auf den Verkehr konzentriert und das Gefühl war einfach da. Es war so intensiv, dass ich weinen musste. Ich wusste plötzlich. Ich wusste alles. Ich liebte alles.
    Vor meinem Mann habe ich keine Geheimnisse, aber es war mir nicht möglich, mit ihm darüber zu sprechen. Das Gefühl gehörte nur mir.
    Heute früh ist hat es sich etwas verflüchtigt, aber das Wissen ist immer noch da. Das Wissen, dass es nur Liebe gibt. Ich bin mal auf den heutigen Tag gespannt. Wissen allein bringt nämlich gar nichts, wenn man es nicht umsetzt.
    Bin gespannt, ob ich dazu in der Lage bin.
    Alles Liebe
    Manuela

  2. Danke lieber Sélepathos, deine Texte sind so wunderschön….
    Danke für die Anleitung, die mir sehr entspricht und gerade hilfreich ist.

    Von Herzen….

    ❤ ❤ ❤

  3. Kann mir jemand sagen wie ich das sein halten kann, denn mir geht es gleich, manchmal fliesst alles in Harmonität und dann kommt das Ego und macht alles zu nichte, wie kann ich das sein mehr nähren damit ich es im sein belasse kann.

    • Liebe hilli, jeder von uns muss das langsam wieder erlernen und niemand kann es gleich auf Anhieb. Es ist ein Prozess. Hilfreich sind wirklich Konzentrationsübungen. Während du deinen Alltagsproblemen ausgesetzt bist, verfällst du anfangs noch oft in unbewusste Zustände, das ist ganz normal.
      Aber jedes Mal, wenn du dies bemerkst, bist DU wieder bewusst anwesend. Dein Sein beobachtet dann deinen Verstand und seine Handlungsweisen. Ärgere dich nicht darüber, wenn du mal nicht bewusst bist, sondern freue dich, denn du kommst von allein aus der unbewussten Phase heraus, weil du es selbst erkannt hast.
      Oft (eigentlich immer) kannst du auch etwas aus deinen unbewussten Handlungsweisen lernen und anschließend noch einmal überarbeiten, indem du deine Handlungen und deren Ursachen nochamals durchdenkst.
      Mit der Zeit wirst du dein Tun und dein Sein immer öfter und länger beobachten. Es kann dir helfen, wenn du dich z.B. oft auf deinen Atem konzentrierst. Ein Zen-Meister hatte einmal empfohlen, die Atmenzüge immer bis 10 zu zählen und dann wieder von vorn anzufangen. Den ganzen Tag 😉 Das beschäftigt den Verstand und er kann nicht abschweifen und sich von flüchtigen Gedanken forttragen lassen. Es ist nur eine von vielen Konzentrationsübungen, aber sicher nicht so ganz für den Alltag gedacht.
      Während der Arbeit kannst du öfter kurze Konzentrationsübung machen. Beobachte einen Gegenstand, eine Blume, gehe bewusst durch das Leben wie ein Kind. Achte auf Kleinigkeiten, auf die du sonst nicht schaust. Suche das Leben in Allem, was dir begegnet.
      Die Effektivste Form ist für mich die Konzentration auf meine Gefühle. Ein Teil meines Bewustseins ist immer nach innen gerichtet. So kann ich sehr lange im Bewusstsein verbleiben.
      Versuche nichts zu erzwingen und ärgere dich nicht, wenns mal nicht so klappt. Es sind immer Phasen, wo es mal besser und auch mal schlechter geht. Hab Spaß dabei, das Leben neu zu beobachten und zu entdecken!
      Licht und Liebe, Sélepathos

  4. Vielen Dank für deine Zeilen!
    Ich freue mich auf weitere Texte von dir.
    Sonnige Grüße und alles Liebe!

  5. Ja danke, dass ich diese Worte „erleben“ konnte. Auch in mir öffnen sich diese „auflösungs-Zustände“ am intensivsten und anhaltensten im reinen Gefühl. Es ist eine ekstatische Reise durch das „Now-Where“ im gleissenden Licht des SEINS…… DANK – DANK – DANK!! Es ist das TUN aus dem SEIN.

  6. Danke schön!
    … genau das ist es, was ICH (im) JETZT brauche.
    many blessings
    Andreas Körber

  7. Das hast du so schön erklärt, dafür danke ich dir….werds direkt ausprobieren….
    Eine Sonnenumarmung Jana

  8. Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen für uns aufgeschrieben hast. Wir sind bereit, einen Schritt weiterzugehen, und somit unseren Erfahrungsspielraum zu vergrössern, bzw. zu verändern. Vorallem sprengen sie den 3D-Rahmen…..juhui………wir kommen uns näher! 🙂

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