Südtiroler Volksbank gesteht die Geldschöpfung aus dem Nichts ein!

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Wer nach der „Südtiroler Volksbank“ und einer angeblichen Gerichtsaussage zur Geldschöpfung sucht, landet fast immer beim selben Begriff: Geldschöpfung. Kurz gesagt bezeichnet das, dass Banken bei der Kreditvergabe neues Buchgeld erzeugen, statt nur vorhandenes Geld weiterzureichen – ein Vorgang, den Zentralbanken selbst öffentlich beschreiben. Ob ein einzelnes Gerichtsverfahren daran grundsätzlich etwas ändert, lässt sich nur anhand der tatsächlichen Aktenlage beurteilen, nicht anhand einer Schlagzeile.

Dieser Artikel betrachtet Geld als Idee: woher es kommt, wie es sich verändert hat und warum Streit um „Geldschöpfung aus dem Nichts“ überhaupt entsteht.

Was ist Geld – und was bedeutet Geldschöpfung?

Geld ist ein gesellschaftlich anerkanntes Tauschmittel. Es dient zum Kauf von Waren und Dienstleistungen, zur Steuerzahlung und zum Ausgleich von Schulden. Bevor es Geld gab, tauschten Menschen direkt Waren oder Dienstleistungen gegeneinander: der klassische Tauschhandel. Weil sich nicht jeder Tausch eins zu eins ausgleichen ließ, entwickelten Gesellschaften nach und nach ein gemeinsames Wertmaß.

Ein früher Versuch dazu war der Goldstandard: Jede ausgegebene Währungseinheit musste durch eine festgelegte Menge Gold gedeckt sein. Das begrenzte die Geldmenge, machte den internationalen Zahlungsverkehr aber schwerfällig. Über Jahrzehnte zeigte sich, dass eine starre Golddeckung Volkswirtschaften in Krisen kaum Spielraum ließ. Die meisten Staaten lösten sich davon und stiegen auf Fiat-Währung um, also auf Geld, dessen Wert nicht mehr durch einen Rohstoff, sondern durch das Vertrauen in den ausgebenden Staat und seine Zentralbank getragen wird.

Geldschöpfung beschreibt genau diesen Vorgang im Alltag der Banken. Vergibt eine Bank einen Kredit, entsteht auf dem Konto des Kreditnehmers neues Buchgeld, ohne dass die Bank den Betrag vollständig aus eigenen Einlagen decken muss. Zentralbanken wie die Deutsche Bundesbank erklären diesen Mechanismus offen in eigenen Publikationen. Er ist damit kein Geheimwissen, sondern ein dokumentierter Bestandteil des Bankensystems.

Geldmarktkonten als Beispiel

Ein Geldmarktkonto zeigt, wie eng Sparen und Kreditvergabe miteinander verknüpft sind. Privatpersonen und Unternehmen legen dort Bargeld oder andere Vermögenswerte an, um kurzfristig verfügbares Kapital von langfristigen Anlagen zu trennen. Häufig verlangt die Bank eine Sicherheit, etwa Wertpapiere oder eine Immobilie, damit sie das Guthaben nicht bei jeder Fälligkeitsverschiebung sofort zurückfordern muss. Kontoinhaber erhalten in der Regel regelmäßige Auszüge mit dem aktuellen Saldo und den vereinbarten Zinssätzen und können darüber teils auch Wertpapiere erwerben, deren Erträge direkt gutgeschrieben werden.

Die Geschichte des Geldes in groben Etappen

Der Tauschhandel prägte den Alltag, solange es keine gemeinsame Recheneinheit gab. Mit Münzen aus Edelmetall entstand ein erstes stabiles, überregional akzeptiertes Zahlungsmittel. Papiergeld folgte zunächst als Quittung für hinterlegtes Gold oder Silber und wurde später zu einem eigenständigen Zahlungsmittel. Der endgültige Schritt zur reinen Fiat-Währung, also zu Geld ohne Warendeckung, vollzog sich in den meisten Industriestaaten im Lauf des 20. Jahrhunderts.

Heute übernimmt Geld drei Funktionen zugleich: Es dient als Tauschmittel im Alltag, als Recheneinheit für Preise und als Wertaufbewahrungsmittel für die Zukunft. Diese Dreifachrolle erklärt, warum Debatten über Geldschöpfung, Inflation oder Bankenregulierung so grundsätzlich geführt werden. Es geht selten nur um eine einzelne Transaktion, sondern um das Vertrauen in das System insgesamt.

Warum Streit um Geldschöpfung entsteht

Weil Banken Geld im übertragenen Sinn „aus dem Nichts“ schaffen können, wecken Berichte darüber regelmäßig Misstrauen, besonders wenn sie als angebliche Gerichtsaussage kursieren. Wichtig ist die Unterscheidung: Dass Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe Buchgeld erzeugen, ist ökonomisch gut belegt und in Bundesbank-Publikationen nachlesbar. Etwas anderes ist die Behauptung, ein einzelnes Zivilurteil habe dieses System grundsätzlich für unrechtmäßig erklärt oder Kreditverträge automatisch für nichtig. Solche weitreichenden Schlüsse lassen sich nicht aus einer Schlagzeile ableiten, sondern nur aus dem tatsächlichen Urteilstext und seiner rechtlichen Reichweite.

Genau an dieser Stelle setzen pseudorechtliche Erzählungen an, ähnlich wie beim vermeintlichen Kartell der Federal Reserve oder bei Bewegungen wie dem One People’s Public Trust, deren Freiheitsversprechen wir in einem eigenen Faktencheck einordnen. Ein reales, oft technisches Detail wird dabei zu einem pauschalen Freispruch von Schulden und Verträgen aufgeblasen. Wer eine solche Meldung liest, sollte deshalb prüfen, was genau entschieden wurde, wer geklagt hat und ob das Urteil überhaupt rechtskräftig und auf andere Fälle übertragbar ist.

Wohin sich Geld entwickeln könnte

Mehrere Entwicklungen könnten die Rolle von Bargeld und klassischem Buchgeld in den kommenden Jahren verändern:

  1. Digitale Zahlungswege könnten Bargeld im Alltag weiter zurückdrängen,
  2. Gesellschaften könnten neue Tauschformen für Produkte und Dienstleistungen entwickeln,
  3. der Wert bestehender Währungen könnte in einzelnen Krisen so stark schwanken, dass Vertrauen und Nutzung darunter leiden.

Keiner dieser Punkte bedeutet, dass Geld grundsätzlich verschwindet. Sie zeigen eher, dass sich Form und Kontrolle des Geldsystems weiter wandeln werden.

Häufige Fragen zu Geld und Geldschöpfung

Was bedeutet „Geldschöpfung aus dem Nichts“ genau?

Der Ausdruck beschreibt, dass Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe neues Buchgeld erzeugen, ohne es zuvor vollständig aus Einlagen zu entnehmen. Zentralbanken erklären diesen Vorgang öffentlich; er ist Teil des regulären Bankwesens und kein Geheimnis.

Bedeutet das, Kreditverträge sind ungültig?

Nein. Der technische Vorgang der Geldschöpfung ändert nichts an der rechtlichen Gültigkeit eines Kreditvertrags. Ob ein konkretes Urteil daran etwas geändert hat, lässt sich nur anhand des vollständigen Urteilstexts beurteilen, nicht anhand einer verkürzten Schlagzeile.

Gilt der Goldstandard heute noch irgendwo?

Nein. Die großen Wirtschaftsräume nutzen seit Jahrzehnten Fiat-Währungen ohne Golddeckung. Einzelne Staaten halten weiterhin Goldreserven, koppeln ihre Währung aber nicht mehr fest daran.

Fazit

Geld hat sich vom direkten Tauschhandel über goldgedeckte Währungen bis zur heutigen Fiat-Währung entwickelt. Geldschöpfung durch Kreditvergabe ist Teil dieses Systems, dokumentiert und nicht geheim. Wer Schlagzeilen über angebliche Gerichtsurteile begegnet, tut gut daran, nach dem tatsächlichen Urteil zu fragen, statt der Zusammenfassung allein zu vertrauen.

Interessant sind in diesem Kontext auch Der Deutsche Bundestag und Brite gewinnt Prozess gegen BBC wegen 9/11-Verschleierung.

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